"Horst Seehofer: Der CSU-Chef fiel schon öfters mit seiner undifferenzierten Haltung gegenüber Computer-Spielen auf.
Auch zwei Tage nachdem zwei Jugendliche an einer Münchener S-Bahn-Haltestelle einen couragierten 50-jährigen umgebracht haben, herrscht in der gesamten Republik noch Fassungslosigkeit angesichts der schrecklichen Tat. CSU-Chef Horst Seehofer scheint nun jedoch die Ursache für den Gewalt-Exzess gefunden zu haben. Dominik B. wollte ein paar Kinder vor zwei kriminellen Jugendlichen schützen und bezahlte dafür mit seinem Leben. Als er die S-Bahn verließ, wurde er von den 17 und 18 Jahre alten Tätern zu Boden geschlagen und anschließend mit Fußtritten bearbeitet, bis er das Bewusstsein verlor. Der kurze Zeit später eingetroffene Notarzt konnte angesichts der massiven inneren Verletzungen nichts mehr für den Manager tun. Eine solche Tat in der heißen Phase des Wahlkampfs ließ recht schnell vermuten, dass das Thema von Politikern instrumentalisiert würde. Doch dann winkte ausgerechnet die in Bayern regierende CSU ab: Man wolle nicht, dass die brutale Tat “zum Gegenstand von wahlkämpferischen Auseinandersetzungen in unserem Land wird” sagte Horst Seehofer der taz. Während er vormittags noch einen besonnenen Umgang mit dem Verbrechen propagierte, schlug der CSU-Vorsitzende am Nachmittag ganz andere Töne an. Gegenüber der taz sagte Seehofer, dass man auch manches überprüfen müsse, was auf dem Markt erhältlich sei. Und damit meint er, um es mit den Worten der Zeitung zu sagen, “allen Ernstes Killerspiele”. (cel)"
--------------------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------------------